Unter ambulanter Chirurgie oder Tageschirurgie versteht man die Durchführung operativer Eingriffe, ohne daß der Patient in einem Krankenhaus über Nacht aufgenommen und betreut werden muß. Der Patient wird am Morgen operiert und darf später wieder in seine gewohnte, häusliche Umgebung zurück.Während es in anderen Ländern, wie den USA, völlig selbstverständlich ist, daß nicht bei jeder operativ behandelten Erkrankung eine Aufnahme im Krankenhaus notwendig ist, setzte sich diese Erkenntnis bei uns nur langsam durch und hat durch die Gesundheitsreform nicht zuletzt aus Kostengründen Auftrieb erhalten. Trotz dieser Euphorie sollte und kann nicht jeder Patient ambulant operiert werden. Ausschlußkriterien können sowohl durch Vorerkrankungen wie auch in mangelnder häuslicher Versorgung begründet sein.


Der Organisations- und Operationsablauf in unserer Praxis

Unsere operativ ausgerichtete und für die Erfordernisse der Tageschirurgie ausgerüstete chirurgische Praxis besteht seit dem 01.01.1999

Ärztliche Untersuchung

Nach vorheriger Anmeldung oder hausärztlicher Überweisung wird bei der eingehenden Untersuchung nach Beschwerden, Vorerkrankungen und Risikofaktoren gefragt. Nach der Untersuchung werden die Befunde erklärt, die weitere Behandlung vorgeschlagen und ggf. ein Operationstermin vereinbart. Die vor der Operation erforderliche Allgemein- und Blutuntersuchung wird in der Regel vom Hausarzt vorgenommen.

Präoperative Vorbereitung

Falls der Patient erkältet oder sonst akut erkrankt sein sollte, sollte er den Behandlungstermin telefonisch verlegen, bis er wieder völlig gesund ist. Am Operationstag, falls der Eingriff in örtlicher Betäubung durchgeführt wird, darf der Patient ein leichtes Frühstück zu sich nehmen. Bei Operationen in Vollnarkose sollte man 6 Stunden vor dem Eingriff nicht mehr essen. Ausführlichere Angaben zur OP-Vorbereitung entnehmen Sie bitte unserer Checkliste.
 

 


Merkblatt zur persönlichen OP- und Anästhesievorbereitung


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 Die Nachsorge

Nach der Operation werden die Patienten in ein Krankenzimmer gebracht, die Wunde mit Eiskompressen gekühlt und der Kreislauf überwacht. Dort dürfen sie auch sogleich trinken und etwas Leichtes essen. Später werden die Frischoperierten nochmals untersucht und mit Schmerzmitteln versorgt, bevor sie in Begleitung nach Hause entlassen werden.
In Notfällen ist ein Arzt über eine spezielle Telefonnummer erreichbar.
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Viele Länder haben bewiesen, dass die Ambulante Operation ein sicherer Weg zur Genesung ist.

Dänische Multicenter-Studie: Tageschirurgie erfüllt hohe Sicherheitsstandards

In der Märzausgabe der Zeitschrift Acta Anaesthesiologica Scandinavica ist eine dänische Multicenter-Studie veröffentlicht worden, mit der die Komplikationsrate nach tageschirurgischen Eingriffen untersucht wurde. Wie die International Association of Ambulatory Surgery (IAAS) in ihrem aktuellen Newsletter berichtet, war der wichtigste Parameter die Zahl der Patienten, die binnen 30 Tagen nach dem tageschirurgischen Eingriff aufgrund unerwünschter Ereignisse ungeplant zurück ins Krankenhaus mussten. Als Datenbasis diente das nationale dänische Patientenregister, das für den Zeitraum zwischen Anfang Januar 2005 und Ende Dezember 2007 insgesamt 57.709 tageschirurgische Fälle an acht Zentren umfasste.

Wie die IAAS berichtet, kehrten nur 1,21 Prozent der Patienten ungeplant ins Krankenhaus zurück. Die häufigsten Gründe hierfür waren Blutungen und Hämatome (0,50 Prozent), Infektionen (0,44 Prozent) und thromboembolische Ereignisse (0,03 Prozent). Fälle mit schwerer Morbidität waren äußerst selten, Todesfälle wurden überhaupt nicht dokumentiert. Die Eingriffe mit den höchsten Komplikationsraten waren Tonsillektomien (11,4 Prozent), Schwangerschaftsabbrüche (3,13 Prozent) und Leistenbruchreparationen (1,23 Prozent). Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass die Tageschirurgie in Dänemark hohe Sicherheitsstandards erfüllt, was auch durch frühere Studien belegt werde.
Quelle: Majholm B, Engbaek J, Bartholdy J, et al. Is day surgery safe? A Danish multicentre study of morbidity after 57,709 day surgery procedures. Acta Anaesthesiol Scand. 2012;56(3):323-31.