Condylomata acuminata (Feigwarzen, Genitalwarzen)

Ursache:

Virusinfektion mit HPV 6, 11, 16 und 18 – Infektion.

Wichtig: Bei Kindern auch HPV 1, 2 und 3 Infektionen (Hautwarzen). Ursache nur in ca. 10 % sexueller Mißbrauch!

Hohe Durchseuchung der sexuell aktiven Bevölkerung, 60 % der Menschen haben HPVAntikörper. Die Infektion ist meist vorübergehend, bleibt jedoch auch manchmal latent bestehen.

Inkubationszeit 3 Wochen bis 1 Jahr
Hohe Rezidivrate (40-70%)

 

Infektionswege:

Schmierinfektion, meist Geschlechtsverkehr, jedoch andere Infektionswege möglich (Baden, Handtücher, ...wir haben die Kölner Saunen im Verdacht!).

Häufigkeit:

Weit verbreitet, zunehmende Inzidenz, besonders häufig bei immunsupprimierten Patienten (Z.n. Transplantation) und HIV- Erkrankten.

Symptome:

Übelriechende Sekretion, Juckreiz, Blutungen, anfangs kleine Wärzchen die zunehmend grösser und mehr werden.

 

Übergang in Riesencondylom (Condylomata gigantea oder Buschke Löwenstein Tumor) möglich (HP 6/11 Infektion),

Bei HPV 16, 18, 58 - Infektion Übergang in Analkarzinom möglich.

Bei Befall des Analkanal AIN (siehe unten)  I bei HPV-6/11 Infektionen, bei AIN III HPV-16,18 Infektion (Carcinoma in situ).

 

Diagnostik:

Inspektion,

Proktoskopie,

gyn. Untersuchung (bei Frauen),

Ausschluß anderer sexuell übertragbaren Erkarnkung (Syphillis/ Tripper) - obligatorisch 

Histologische Untersuchung einer Probeentnahme in Lokalanaesthesie

 


 

  • Unsere Therapie:

Ist die Analinnenhaut nicht befallen und bei geringem Befall behandeln wir mit dem neuen Wirkstoff aus grünen Tee-blättern  VEREGEN- Salbe. Diese Salbe ist in neuesten Studien Aldara und Wartec eindeutig überlegen.

Bei ausgedehntem Befall mit Befall des Analkanals muss leider zunächst chirurgisch behandelt werden. Dies klingt schlimmer als es ist. Da es sich bei Condylomata accuminata um  Warzen handelt die die Haut nicht durchbrechen, müssen dies nur oberflächig mit einer geringen Verletzung der Haut abgetragen werden. Dies geschieht wegen der Schmerzempfindlichkeit des Analkanals bei uns in einer Schlafnarkose (vergleichbar mit einer Koloskopie) mit dem CO2 Laser (sehr sanftes Verfahren - aber Igel Leistung) oder mit dem Elektrokauter unter Kühlung mit Kochsalzlösung (Wet-Technik). Die Postoperativen Schmerzen sind gering und die Heilung braucht 1-2 Wochen.

Da bei Riesencondylomen (Buschke Löwenstein Tumor) häufig Entartung in ein Analkarzinom möglich ist, führen wir in diesem Fall eine radikale Exzision durch. Anschließend ist je nach histologischem Ergebniss eine kombinierte  Radio-Chemo-Therapie erforderlich. 


  • Prophylaxe:

Zur Rezidivprophylaxe kommen bei intaranalem Befall  Aldara- Analtampons bzw. Creme 5% (Imiquimod) lokal nachts 3x pro Woche zur Anwendung.
Partneruntersuchung und gegebenenfalls Behandlung ist natürlich ebenfalls notwendig um einen "Ping-Pong" Effekt zu vermeiden.
Wegen ausgeprägter Rezidivneigung bestehen wir auf eine regelmäßige, mindestens einmal monatliche Kontrolle mit  Proktoskopie bis zur Rezidivfreiheit von 3 Monaten.
Kleinere Rezidive lassen sich mit dem CO2 Laser in Lokalanästhesie entfernen.

Impfung gegen  HPV 6, 11, 16 und 18

Wir impfen ausschliesslich mit GARDASIL von Merck. Denn Dieser Impfstoff ist auch gegen Genitalwarzen wirksam (HPV 6 und 11). 
Geimpft werden können laut Studien Frauen und Männer bis 26 Jahren. In Deutschland bisher nur bei Mädchen von 9-17 Jahren vor dem ersten Geschlechtsverkehr als Kassenleistung genehmigt. 
Die Impfung ist nicht zur Therapie von bereits bestehenden Genitalwarzen gedacht, da diese häufig durch ander HPV Stämme verursacht werden.

Aber auch nach erfolgreicher Therapie und außerhalb der oben genannten Altersspanne kann die Immunisierung bei Hochrisikogruppen (MSM/HIV/ Immunsuppression) einen Schutz vor Krebs bieten. Gardasil richtet sich gegen die agressivsten Hochrisikotypen humaner Papillomviren (HPV). 
Die HPV-Impung besteht aus drei im Abstand von wenigen Monaten (0/1/6) in die Muskulatur des Oberarms injizierten Einzeldosen.

Derzeit werden die Kosten von rund 500 Euro für die HPV-Impfung bereits von vielen gesetzlichen Krankenkassen übernommen, allerdings in unterschiedlicher Weise beschränkt auf bestimmte Altersgruppen.
Gesetzlich, aber auch privat versicherte Frauen und Männer, die eine HPV-Impfung wünschen, sollten die individuellen Möglichkeiten der Kostenübernahme vorab mit ihrer Krankenkasse klären,ansonsten können wir diese - in unseren Augen - sinnvolle Leistung als IGEL Leistung anbieten

Genaueres entnehmen sie der folgenden Webseite: Phase 3 Data Merck´s Gardasil

Falls Sie nicht so gut Englisch sprechen, raten wir Ihnen das Übersetzungstool  von Google : Transmiti  herunter zu laden.Sie brauchen dann nur die Textstellen zu markieren und auf die Windowstaste Ihrer Tastatur drücken und haben eine akzeptable und lesbare Übersetzung des Textes.

Analer Abstrich zur Krebsvorsorge nach HPV Befall

Wir bieten nach der Behandlung der Condylomata in unserer Praxis eine Kontrolle durch eine anale Zytologie (Abstrich )  an.
Dabei wird mit einem Wattestäbchen etwas Zellmaterial von der Analhaut abgeschabt (Abstrich). Diese Prozedur ist völlig schmerzlos. Der eigentliche Tets erfolgt dann im Labor, wo die entnommenen Zellen durch entsprechend ausgebildetes Personal mikroskopisch begutachtet werden. Anhand einer Skala werden die möglichen Erscheinungsbilder des Zellmaterials in verschiedene Stadien einteilt. Meist sind es lediglich entzündliche Vorgänge, die zu abnormen Resultaten  führen. Weil sie jedoch eventuell das Risiko einer Tumorbildung erhöhen, müssen auch solche Unregelmäßigkeiten weiter beobachtet werden. Ergibt der Abstrich einen krebsverdächtigen Befund, sind je nach Schwere der Veränderungen Kontrollabstriche oder weitere Gewebeproben sowie bei bestätigtem Krebsverdacht auch Untersuchungen zur Krankheitsausbreitung erforderlich.

Der Sinn dieser Vorsorge ist manchmal den Kassen, dem Patienten oder dessen Hausärzten oft nicht einsichtig. Dehalb gehen wir im Folgenden genauer auf die Möglichkeit der Krebsentstehung nach HPV Befall ein.
Auch hier ist leider wie so oft heutzutage eine Absprache mit der Krankenkasse erforderlich. Patienten mit HIV/MSM sollten dieses Angebot bei uns trotz etwaiger Eigenbeteiligung oder fehlender Kostenübernahme wahrnehmen


 Aber keine Panik - die folgenden Erkrankungen sehen wir in unserem Krankengut nur selten.


  • Anale intraepitheliale Neoplasie (AIN)

Der Befall mit HPV Viren kann zu Plattenepithelkrebs der Haut (PE-CA) führen. Glücklicherweise geht dies in der Regel über eine Krebsvorstufe der AIN. 

Definition:
AIN ersetzt heute Begriffe wie Präkanzerose, Dysplasie, Leukoplakie, Carcinoma in situ. Unter AIN werden subsumiert : Kondylome, Morbus Bowen, Bowenoide Papulose und Morbus Paget.
Die AIN wird in 3 Grade unterteilt:

  • Grad 1 (AIN I): geringgradige Dysplasie, das untere Drittel der Epidermis betreffend
  • Grad 2 (AIN II): mittelgradige Dysplasie im unteren und mittleren Drittel
  • Grad 3 (AIN III): hochgradige Dysplasie, in der ganzen Epidermis

  • AIN I und II werden als Präkanzerose (=Krebsvorstufe) angesehen; sie kann sich spontan zurückbilden, aber auch in eine
  • AIN III (Carcinoma in situ = Krebs aber ohne Metastasen und Lymphdrüsenbefall) und dann in ein
  • invasives Karzinom (Möglichkeit der Metastasenbildung) übergehen.

Ursache:
HPV-Infektion, (HPV 6,11,16,18,58 u.a.)
Häufigkeit:
35% aller HIV- Patienten, 50% aller Homosexuellen (MSM = Men having Sex with Men)
Für Immunsupprimierte und HIV-Patienten ist das Risiko eines Überganges von AIN III in ein invasives PE-CA deutlich erhöht.
Frauen mit CIN (HPV Befall des Gebärmutterhalses mit Dysplasienachweis) haben häufig (50%) auch eine AIN
Diagnose:
Klinischer Befund
anale Zytologie (Abstrich)
Proktoskopie mit Indigokarminspray
Photodiagnose
AIN-Therapie:
Ziel: Komplette Entfernung der  AIN und damit Verhinderung  des Anal-Ca`s unter minimaler Zerstörung der analen Funktion (Kontinenz)
Optionen:
Immunomodulation durch Imiquimod (Aldara)
HPV-Impfung
Argon-Laser
Chirurgie : Lokalexcision der sichtbaren Läsionen

Unser therapeutisches Vorgehen:

AIN I und II: Haarfollikel, Talg-und Schweißdrüsen sind nicht befallen:

  • Aldara-Creme 5%,
  • Operativ: Excision, Elektrokaustik, Laser

AIN III im Analkanal :

  • wie AIN I und II

AIN III am Analrand :

  • Vollständige Excision mit Schnittrandkontrollenotwendig,
  • keine Lappenplastik (Rezidiverkennung!),
  • da hohe Rezidivrate (Hautadnexbeteiligung) regelmäßige Kontrollen

Zum Schluss noch 2 Sonderformen der AIN III



  • Anale bowenoide Papulose (=AIN III)

Differentialdiagnose: Morbus Bowen, Plane Condylome. HPV 16/18 Infektion = Carcinoma in situ low grade.

Risikofaktoren:
Promiskuität, Immunsuppression und HIV-Infektion. Übertragung meist durch Sexualverkehr.
Makroskopisch:
Flach erhabene, grau bis schwarze Pappeln mit glatter, samtartiger bis verucöser Oberfläche.
Symptome:
beschwedefrei, leichter Juckreiz.
Diagnostik:
Inspektion, Proktoskopie, Histologie.
Therapie:
Elektro- oder Laserkoagulation bzw. Exzision im Gesunden, ev.Option: Lokal Aldara-Creme 5% oder 5 Fluoro-Uracil. Regelmäßige Nachkontrollen angezeigt.

  • Morbus Bowen: Epidermales in situ Karzinom ( AIN III )

Ursache:
HPV 16, 18, 58 Infektion = Karzinoma in situ.
Makroskopisch:
Scharf begrenzte, schuppende Herde randbetont, bräunliche Farbe wie Ekzem, perianal und anal gelegen.
Symptome:
Juckreiz, Blutungen, Schmerzen.
Diagnostik:
Inspektion, Proktoskopie, Histologie.
Therapie:
Exzision weit im Gesunden, intraoperative Schnittrandbeurteilung, offene Wundheilung zur Früherkennung eines Rezidivs bevorzugt, regelmäßige Nachkontrollen sind angezeigt.
Alternativtherapie:
Bei Ausschluß einer Invasion :Laservaporisation oder photodynamische Therapie.